Saturday, 9. October 2010

Kaffeehaus 2.0

4 kleine Tische, eine lange Bank. Auf dieser aufgereiht 4 Personen. Nebeneinander. Auf den Tischen 4 Laptops. Nebeneinander. Auf den Bildschirmen 4 Mal Facebook nebeneinander.
Willkommen - das neue MIteinander.

Sunday, 3. October 2010

Woche 1...

... ist nun vorüber. Viele Eindrücke. Viel Bier. Ein paar nette Leute. Zum Glück auch wieder mit Jacken (danke Julia!!).

Nach einem ruhigen ersten Wochenende nach meiner Ankunft habe ich am Dienstag begonnen, einige Couchsurfer zu treffen. Allen, die Couchsurfing noch nicht kennen, kann ich nur wärmstens empfehlen, sich das mal anzuschauen: www.couchsurfing.org.
Es gibt meiner Meinung nach keine bessere Möglichkeit, in einer fremden Stadt Einheimische kennenzulernen, und diese somit nicht als Tourist zu erleben.

So habe ich mich also mit Grzegorz, einem italien- und brasilienaffinen Polen, auf einen Kaffee im Lokal seiner Wahl getroffen - die war übrigens so vorzüglich, dass ich mittlerweile schon sechs Mal dort war. Nach zwei Kaffee, einer mehrstündigen Suche nach einem radgeeigneten Stadtplan (erfolglos) und einem schwer im Magen liegenden Kebab folgte das nächste Treffen - mit Vittorio (ein Italiener, was für ein Zufall) und Magda. Das Programm ist hardcore für mich: ein spanischer Film mit polnischen Untertiteln. Sehr intensiver Sprachunterricht, aus dem ich aber einiges mitnehmen konnte ;)
Die drei Bier und zwei Wein im Anschluss haben dafür gesorgt, dass ich erst um halb 3 heimgekommen bin. Eine Tatsache, die meiner Vermieteroma weniger zugesagt hat. Sie war bis dahin schlaflos, hat stündlich meine Betreuerin (ihre Schwiegertochter) angerufen, und wollte schon die Polizei verständigen. Seitdem kann ich den Satz "Ich komme vielleicht spät, bitte nicht auf mich warten!" im Schlaf (leider nur nicht schreiben....), und verwende ihn täglich. Bei einer alten Dame wohnen ist nämlcih eine Sache - Familienanschluss in dem Sinn brauch ich dann doch eher wenig. Vor allem wenn meiner mühsam herausgebrachte Erklärung "Ich bin 30, ich bin kein Kind", mit einer müden Handbewegung und der Aussage"egal wie alt du bist, für mich bist du immer ein Kind" entgeget wird... das kann noch heiter werden!

Am Mittwoch ist mein Geburtstagsgeschenk gekommen - Julia samt Jacken :D Nach ein paar Pierogi sind wir dann zu einem Couchsurfertreffen, wo mein Geburtstag ausgiebig gefeiert wurde (ok, zugegenbermaßen waren wir beide eher lahm...).

Ja, mit Bier, Kaffee, Pierogi ruskie und ein paar mehr oder weniger polnischen Bekanntschaften ging es dann so weiter, bis mich Julia heute verlassen hat. Es ist wieder Sonntag, und ich habe mich bis jetzt erfolgreich dem DancingStars-Schauen entziehen können...

Morgen beginnt dann das Praktikum für mich. Allerdings beschränkt sich das vorerst in erster Linie auf Hospitationen.. ich bin schon gespannt. Ebenfalls gespannt bin ich auf meinen Polnischkurs, den ich ab Dienstag zweimal in der Woche besuchen werde. Juhuuu!

Sunday, 26. September 2010

Der Herbst in Krakau

.... könnte kalt für mich werden. Denn meine sämtlichen Jacken hängen ordentlich in Wien an der Garderobe anstatt sich wie erwartet in meinem "Winterkoffer" zu befinden. Der war dafür voll mit Handschuhen, Hauben und Schals. Ob das reicht?!

Heute war es jedenfallsl noch mit Pulli auszuhalten, auch wenn der Herbst hier schon so richtig Einzug gehalten hat. Im Gegensatz zum Sonnenschein gestern, präsentierte sich die Stadt heute grau in grau - mit einigen Farbflecken zahlreicher abgefallener Blätter auf dem regennassen Boden. Und nächste Woche will er seine Macht unter Beweis stellen und die Temperaturen unter 10 Grad sinken lassen... ich hab Angst!

Naja, ich hab mich mittlerweile bereits eingerichtet, und es hat sich herausgestellt: wer nicht mit mir kuscheln will, könnte vielleicht auf das Fleckchen freien Boden passen. Die mitgebrachte Gästematratze tut es allerdings nicht, der/die Besudher/in müsste also mit dem wunderschönen Teppich hier Vorlieb nehmen.

Dafür könnte es passieren, dass man bewirtet wird. Als ich heute aufgestanden bin, stand das Frühstück schon auf dem Tisch. Und nach einem kurzen Stadtrundgang war es dann endlich so weit - PIEROGI RUSKIE vom Feinsten!!
Was ich schon weiß, mein Vater allerdings nicht: bevorzugt man guten Kaffee, lehnt man ein entsprechendes Angebot bei irgendjemandem zu Hause am besten ab. Das was man bekommt ist im besten Fall Filterkaffee, meistens will man aber was besonderes bieten und serviert köstlichen Nescafé...

Was wollt ihr sonst noch wissen? Der Blick aus meinem Fenster ist grün, auch wenn zwischen dem Grün ein paar Hochhäuser stehen. Es ist recht ruhig hier, in die Altstadt sind es aber trotzdem gerade mal 10 Minuten. Mit dem Willi noch nicht getestet.... der hat dafür einen schönen Platz auf dem Balkon zugewiesen bekommen.

Ja... und jetzt wart ich bis 6 Uhr, dann stellt sich heraus, ob er bald einen Bruder bekommen wird :)

Saturday, 25. September 2010

Cześć!!

Ich bin angekommen. Zumindest physisch.

Die Anreise war entspannter als befürchtet (Schlaf ist neben Bier halt auch die Lösung vieler Dinge), die Ankunft herzlich und hektisch zugleich. Schon vor dem Gebäude wurden wir von Angela, meiner Betreuerin und ihrem Mann erwartet. In der Wohnung angekommen, konnte es meine Vermieterin - und gleichzeitig so etwas wie meine Gastmutter - kaum erwarten, mir alles zu zeigen. Jede Schranktür, jede Lade und jedes Regalfach, das sie für mich freigeräumt hat.... ich glaube, sie freut sich, eine Mitbewohnerin zu haben :)
Die Konversation wird vorläufig allerdings noch mehr oder weniger von ihr ausgehen müssen, sie kann nämlich nur Polnisch und Russisch, aber das kümmert sie zum Glück wenig.

Nach der Wohnungsführung wird uns gleich Abendessen serviert, typisch Polnisch, nämlich Wiener Schnitzel mit Erdäpfeln. Aber morgen solls Pierogi geben.

Mein Zimmer ist eher ein kleines Kämmerchen, aber ein liebevoll ein- und hergerichtetes, Fotos folgen.... Jedenfalls ist alles da was ich brauch; Bett, Kasten, Schreibtisch und zwei Regale. Wer mit mir kuscheln will ist herzlich eingeladen, mich besuchen zu kommen ;)

Saturday, 28. August 2010

Hitchhiking the Balkans

Zuviel Zeit ist vergangen, um all die tollen Eindruecke und Erlebnisse noch aufzuschreiben.

Seit Novi Sad bin ich praktisch ausschliesslich per Autostopp unterwegs. Meiner Meinung nach die beste Art zu reisen. Es gibt keine bessere Moeglichkeit, interessante Menschen kennenzulernen!

Nur ein Auszug unserer Hitchhiking-Begegnungen bzw. Erlebnisse

Serbien - Sarajevo: zu dritt mit ebensovielen Riesenrucksaecken auf dem Ruecksitz zweier Italiener mit einem Nissan Micra. Die beiden haben wir daher kaum zu Gesicht bekommen. War aber kein Problem, denn drei Tage spaeter...

Sarajevo - Mostar: wieder bleibt ein italienisches Auto stehen. Diese Leute sind sehr mitnehmfreudig. Die Ueberraschung soll aber noch groesser werden - es sind naemlich wieder Lino und Lorenzo :)

Mostar - Caplijna: Ein suesser, 25-jaehriger Bosnier, der wunderbar Englisch spricht und uns begruesst mit den Worten: "I am the orthodox priest of Caplijna". Bevor Fragen aufkommen (Kathis erste war: glaubst du darf er eine Freundin haben?").... er ist verheiratet, orthodoxe Priester muessen das naemlich sein

Caplijna - Dubrovnik: Ein italienischer Zauberer mit weiblicher ungarischer Begleitung, der neben Zylindern und Perruecken noch allerlei weitere interessante Mitreisende hat: eine Schweinemaske, eine Gummiente und ein gestohlener Gartenzwerg repraesentierten jeweils eine im Laufe der Reise abhandengekommene Person.

Kroatien - Montenegro: Ein tuerkisches Paar, offensichtlich zum ersten Mal ohne die 6-jaehrige Tochter auf Urlaub, stuerzt sich in wilde Abenteuer am BAlkan und nimmt zum ersten Mal im Leben Autostopper mit: "We want adventure"

Von Montenegro nach Albanien sind wir mit 5 versch. Autos gekommen. Das erste davon ein Exilmontenegriner, der im 4. Bezirk in Wien wohnt ;)

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